Informationen zur aktuellen Energiemarkt-Krise

In den letzten Wochen und Monaten erhielten in Deutschland Tausende von Energiekunden Kündigungsschreiben von ihren Versorgern. Teilweise, weil die entsprechenden Unternehmen Insolvenz anmelden mussten und deshalb ihrer Lieferverpflichtung gegenüber den Kunden nicht mehr nachkommen konnten – teilweise auch einfach deshalb, weil diese Unternehmen die Lieferverträge zu den bisherigen Konditionen nicht weiterführen wollten oder konnten. Hauptursachen für diese Entwicklung sind vor allem die in letzter Zeit immens gestiegenen Energiegroßhandelspreise – und die häufig sehr kurzfristig ausgerichteten Geschäftsmodelle mancher Energieversorger.

In den nachfolgenden FAQ erläutern wir Ihnen die wichtigsten Fragen zu der Energiemarktkrise.

Ich bin langjähriger Kunde der SWG/GVG | Allgemeine Informationen

  • Warum sind die Gaspreise aktuell so hoch und was sind die treibenden Gründe?

    Der Einkauf von Gas an den Energiemärkten ist deutlich teurer geworden. So haben sich die Beschaf-fungspreise für das aktuelle Lieferjahr zeitweilig um mehr als das 8-fache im Gas erhöht (Anstieg seit Anfang 2021) und auch zu Beginn des Jahres 2022 hat sich diese Entwicklung leider fortgesetzt.  

    Derzeit bedingt ein Mix aus verschiedenen Ursachen den starken Anstieg der Gaspreise in Deutschland, Europa und weltweit. Nach der Corona Krise hat sich die weltweite Konjunktur deutlich schneller erholt als zunächst angenommen, die Nachfrage nach Erdgas ist daher wieder stark angestiegen. Die hohe Nachfrage trifft auf ein Angebot, welches durch geringe Investitionen in neue Förderkapazitäten nicht dynamisch auf die Entwicklung reagieren kann. Besonders stark ist die Nachfrage in Asien gestiegen, wohin derzeit die allermeisten Flüssiggaslieferungen (LNG) bspw. aus den USA gehen. Diese fehlen als ausgleichendes Element in Europa. Der kalte und lange letzte Winter und der vermehrte Einsatz von Gaskraftwerken aufgrund der schwachen Stromeinspeisung der erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2021 haben zudem für sehr niedrige Stände in den deutschen Gasspeichern gesorgt, welche über den Sommer auch nicht komplett aufgefüllt wurden. 

    Die angespannte geopolitische Lage (Ukraine-Russland-Konflikt) wirkt sich ebenfalls auf die Energie-marktpreiskrise aus: Durch alle Pipelines aus Russland inklusive der wichtigen Nord Stream in der Ostsee kam zuletzt weniger Gas, durch die Jamal-Leitung via Belarus und Polen gelangt gar kein Gas mehr nach Deutschland1. Zudem verzögert sich die für 2021 geplante Inbetriebnahme der neuen Gaspipeline Nord Stream 2 bzw. wird sogar verstärkt mit Hinblick auf dem Ukraine-Russland-Konflikt in Frage gestellt. Das hat starken Einfluss auf die Gasvorräte in Deutschland und treibt die Energiepreise an den Großhandelsmärkten an. Dies hat wiederum Einfluss auf die Beschaffungspreise für Energieversorger wie die Stadtwerke Görlitz AG (im Folgenden: SWG) und die Gasversorgung Görlitz GmbH (im Folgenden: GVG).

    1 Quelle: SZ vom 20.01.2022

  • Wird die aktuelle Entwicklung beim Erdgas durch die extreme Abhängigkeit von Russland ausgelöst?

    Das kann nicht seriös von uns beantwortet werden, aber Russland spielt als Gaslieferant eine große Rolle für Deutschland und die EU: Die Gasförderung innerhalb der EU ist stark rückläufig. Fossile Brennstoffe wie Erdgas gelten aufgrund der EU-Klimaziele als Energieträger mit Ablaufdatum. Deutschland selbst hat kaum Erdgasvorkommen – fünf Prozent des Verbrauchs könnte Deutschland selbst decken – Tendenz fallend. Während der Energiewende wird Deutschland noch für einige Zeit weiter auf russisches Erdgas angewiesen sein, als Brückentechnologie beim Ausbau der Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern2.

    Russland deckt den Erdgasbedarf der EU zu knapp 40 Prozent, in Deutschland zu mehr als die Hälfte. Russland hat den Gasfluss in die EU bereits gesenkt. Der russische Gazprom-Konzern erfüllt zwar seine vertraglichen Mengenvorgaben, er liefert aber bei steigendem Bedarf keine zusätzlichen Mengen durch die Ukraine – wie es in den vergangenen Jahren der Fall war. Russland ist also tatsächlich ein sehr wichtiger Erd-gaslieferant für Deutschland – aber keineswegs das einzige. Insbesondere Norwegen und Niederlande sind weitere Gaslieferanten für Deutschland. Die USA ist ebenfalls ein wichtiger Lieferant für Europa mit Flüssiggas. 

    2 Quelle:https://www.deutschlandfunk.de/nord-stream-2-wie-abhaengig-ist-deutschland-von-russischem-100.html

  • Ist die Versorgung mit Strom und Gas der Görlitzer gewährleistet?

    Ja. Die Versorgungssicherheit hat für die SWG und die GVG oberste Priorität. Die Versorgung mit Strom und Gas ist uneingeschränkt gewährleistet.
     

  • Welchen Einfluss hat die CO2-Bepreisung auf die aktuellen Erdgaspreise sowie auf die Erdgaspreisentwicklung?

    Der Gesetzgeber hat mit dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) festgelegt, dass seit dem 1. Januar 2021 für den CO2-Ausstoß von Kraft- und Brennstoffen (Öl, Benzin, Erdgas u.a.) Emissionszertifi-kate erworben werden müssen – und zwar von den „Inverkehrbringern und Lieferanten der Brenn- und Kraftstoffe“. Damit sind auch Stadtwerke und Regionalversorger wie wir gemeint – weil wir Erdgas liefern bzw. in Verkehr bringen. Und die anfallenden Kosten für die Emissionszertifikate, die weiter steigen, führen dazu, dass Brennstoffe, also auch Erdgas, teurer werden. Was vom Gesetzgeber so vor-gesehen ist - denn die höheren Kosten sollen Anreize schaffen, mehr Energie zu sparen und mehr erneuerbare Energien zu nutzen.

    Diese Kosten werden an die Kunden in Form höherer Gaspreise weitergegeben (ebenso wie an Verbraucher im Falle von Benzin, die an der Tankstelle mehr zahlen). Zwar steigen die CO2-Kosten 2022 gesetzlich vorgegeben auf 30 €/t CO2 (im Jahr 2021 waren es 25 €/t CO2), doch dieser Effekt ist im Ver-gleich zu den drastisch gestiegenen Kosten des Erdgaseinkaufs auf den Weltmärkten eher gering und wurde bereits in vergangenen Preisanpassungen mitberücksichtigt. Die aktuelle Preissteigerung ist dementsprechend vor allem auf die geopolitische Lage zurückzuführen.

     

  • Warum hat die Entwicklung der Gaspreise auch Auswirkungen auf die Strompreise?

    Neben der Einspeisung von erneuerbaren Energien wird Strom in Deutschland und Europa in Kern- und Kohlekraftwerken auch in Gaskraftwerken erzeugt. Der Brennstoffeinsatz von Erdgas in den Gaskraft-werken hat sich aufgrund der hohen Weltmarktpreise ebenfalls stark verteuert, weshalb die Kosten der Stromproduktion deutlich angestiegen sind. So ist der Einkauf von Strom an den Energiemärkten deut-lich teurer geworden. Die Beschaffungspreise haben sich für das aktuelle Lieferjahr zeitweilig um mehr als das 6-fache im Strom erhöht (Anstieg seit Anfang 2021) und auch zu Beginn des Jahres 2022 hat sich diese Entwicklung leider fortgesetzt. 

  • Was sind die treibenden Gründe für eine Gas- und Strompreiserhöhung – trotz langfristiger Beschaffung?

    Ein Energieversorgungsunternehmen muss den zukünftigen Energieverbrauch aller seiner Kunden ein-schätzen. Eine punktgenaue Vorhersage des zukünftigen Energieverbrauchs ist jedoch nicht möglich. Deshalb werden aus der Erfahrung der Vergangenheit Prognosen für die Zukunft gebildet und die Ener-giemengen entsprechend beschafft. Die Prognosen sind mit Unsicherheiten behaftet. Sie werden bspw. durch das Wetter beeinflusst, denn kalte Temperaturen können z.B. zu einem höheren Gasver-brauch führen, oder auch durch unterschiedliches Abnahmeverhalten. Ein gewisser Teil der Energiemengen muss daher auch flexibel und kurzfristig beschafft werden. Bei dem derzeitig hohen Preisniveau führt dies damit auch zu sehr hohen Kosten bei der Energiebeschaffung, die teilweise höher sind als die vertraglich vereinbarten Verkaufspreise.

    Ein weiterer Grund für Energiepreiserhöhungen ist, dass einige Energielieferanten aufgrund der derzeitig hohen Energiepreise ihren Kunden Verträge gekündigt haben. Dadurch fallen diese Kunden automatisch in die Ersatzversorgung - es entstehen für die Grundversorger, so auch die SWG und die GVG, hohe ungeplante Kosten. Denn die Grundversorger müssen nun kurzfristig Energie für neue, ungeplante Kunden sehr teuer nachkaufen. Um unsere treuen Bestandskunden vor hohen Mehrkosten zu schützen, die sie nicht verursacht haben, haben sich die SWG und die GVG entschieden, die Mehrkosten für den Energiebedarf der ungeplanten Neukunden verursachergerecht weiterzugeben und haben somit einen neuen Grund- und Ersatzversorgungstarif im Strom und Erdgas für Neukunden eingeführt. Somit werden Bestandskunden nicht benachteiligt und profitieren weiterhin von den positiven Effekten der vorrausschauenden Beschaffungsstrategie der SWG und der GVG.
     

  • Handelt es sich um Preiserhöhungen von Dauer? Muss ich mit langfristig steigenden Preisen rechnen?

    Je länger die Hochpreisphase andauert und je stärker die Preissteigerungen an der Energiebörse sind, desto wahrscheinlicher sind weitere Preiserhöhungen. Hintergrund ist, dass die meisten Stadtwerke ihre Energiemengen in vielen kleinen Schritten über einen langen Zeitraum von mehreren Jahren einkaufen. Hohe Preise in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum beeinflussen dann weniger stark die durchschnittlichen Beschaffungskosten als hohe Preise über einen langen Zeitraum.

  • Welche Maßnahmen ergreifen die Stadtwerke Görlitz, um keine übermäßigen Preissprünge zuzulassen?

    SWG und GVG bieten ihren Kunden durch ihre auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit ausgelegte Erzeugungs- und Beschaffungsstrategie eine sichere Energie- und Wärmeversorgung, selbst in Zeiten turbulenter Preisentwicklungen. Wir sind bestrebt, unsere Kunden zu wettbewerbsfähigen und angemessenen Preisen zu versorgen und kurzfristige Preisschwankungen so gut wie möglich abzumildern. Möglich ist uns das aufgrund einer vorausschauenden Absicherung der notwendigen Energiemengen über ei-nen langen Zeitraum. Wir kaufen unsere Energiemengen in vielen kleinen Tranchen über einen Zeit-raum von mehreren Jahren.

  • Was ist unter „Ersatzversorgung“ zu verstehen?

    Die sogenannte Ersatzversorgung stellt sicher, dass die Versorgung von Verbrauchern mit Energie unter allen Umständen gewährleistet wird. Die neutrale Schlichtungsstelle Energie e.V. schreibt über die Rahmenbedingungen dieser Ersatzversorgung: „Auch dann, wenn ein Liefervertrag mit einem Energieversorger endet und ein neuer Energieversorger die Versorgung (noch) nicht aufnimmt, wird die Ener-gieversorgung zu keinem Zeitpunkt unterbrochen. Scheitert ein Lieferantenwechsel oder muss ein Versorgungsunternehmen Insolvenz anmelden, springt kraft Gesetzes der örtliche Grundversorger für maximal drei Monate ein.“

  • Was bedeutet der Begriff „Grundversorger“ – und welche Pflichten sind damit verbunden?

    „Grundversorger“ ist ein Versorgungsunternehmen dann für ein Netzgebiet der allgemeinen Versorgung, wenn es in diesem Netzgebiet die Mehrzahl der Haushaltskunden mit Energie versorgt. Tatsächlich gibt es in einem Netzgebiet einen Grundversorger für Strom und einen für Erdgas. Hier im Netzge-biet sind das wir – die Stadtwerke Görlitz AG (SWG) bzw. Gasversorgung Görlitz GmbH (GVG). Das Be-sondere am Status eines Grundversorgers ist die damit verbundene Verpflichtung, dass Haushaltskun-den auch ohne Abschluss eines schriftlichen Versorgungsvertrages zuverlässig mit Strom oder Erdgas versorgt werden – allein durch sogenanntes „konkludentes Verhalten“, also in aller Regel einfach durch die Entnahme von Strom oder Erdgas aus der vorhandenen Leitung. Wird von Seiten des Kunden nicht explizit der Abschluss eines sogenannten Sondervertrages gewünscht, werden Kunden also automa-tisch zu den Konditionen der Grundversorgung mit Strom und/oder Erdgas versorgt. 

  • Was sind Haushaltskunden?

    Haushaltskunden sind gemäß § 3 Nr. 22 EnWG alle Letztverbraucher, die Strom oder Gas überwiegend für den Eigenverbrauch im Haushalt oder für den, einen Jahresverbrauch von 10.000 kWh nicht übersteigenden Eigenverbrauch für berufliche, landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke kaufen.

  • Wie lange haben Haushaltskunden Anspruch auf eine Ersatzversorgung?

    Die Ersatzversorgung wird vom Grundversorger (SWG/GVG) für maximal drei Monate gewährleistet. Spätestens dann müssen sie einen neuen Liefervertrag geschlossen haben. Wenn Sie ohne ausdrücklichen Vertragsschluss weiter Energie entnehmen, kann dadurch mit dem örtlichen Grundversorger ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen, wenn die Belieferung dem Grundversorger wirtschaftlich zumutbar ist. 

  • Haben Nicht-Haushaltskunden Anspruch auf eine Ersatzversorgung?

    Nicht-Haushaltskunden, die aus dem örtlichen Niederspannungs- oder Niederdrucknetz versorgt wer-den, haben ebenfalls einen gesetzlichen Ersatzversorgungsanspruch für längstens drei Monate. Spätestens dann müssen sie einen neuen Liefervertrag geschlossen haben. Wenn sie nicht mehr als 10.000 kWh Strom oder Gas im Jahr verbrauchen, kann durch Entnahme mit dem örtlichen Grundversorger ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen, wenn die Belieferung dem Grundversorger wirtschaftlich zumutbar ist. 

    Gewerbekunden oberhalb der Niederspannungsebene bzw. Niederdruckstufe haben keinen gesetzlichen Ersatzversorgungsanspruch. Sie müssen sich bei einer Insolvenz ihres Lieferanten selbst unverzüg-lich einen neuen Lieferanten suchen und z.B. bei der SWG/GVG und einen Sondervertrag abschließen. 

  • Muss ich als Kunde der SWG und/oder GVG Angst haben, dass mein Versorgungsvertrag ebenfalls gekündigt wird?

    Nein. Wir als SWG und GVG sind solide aufgestellt und können unseren Lieferverpflichtungen den Kunden gegenüber jetzt und in Zukunft sicher nachkommen. Wir sind Ihr zuverlässiger Versorgungspartner. Bei uns profitieren Sie von fairen und marktgerechten Konditionen, umfassendem Service und persönli-cher Präsenz hier in der Region. Wir beschaffen und wirtschaften solide und vorausschauend – damit das auch künftig so bleibt.

  • Inwieweit wirken sich die Anbieterinsolvenzen auch auf die SWG/GVG aus?

    Bestandskunden profitieren bei der SWG und der GVG von einer langfristigen Beschaffungsstrategie, bei der Marktchancen und -risiken sorgfältig abgewogen werden. Daher können wir die Auswirkungen der aktuell hohen Großhandelspreise für die Mehrzahl unserer Kunden zumindest etwas abmildern. Allerdings mussten wir als Grundversorger zuletzt eine hohe Anzahl Kunden von in Not geratenen Dis-countanbietern im Rahmen der sogenannten „Ersatzversorgung“ aufnehmen. Diese ungeplanten, zu-sätzlichen Energiemengen konnten so kurzfristig nur zu einem aktuell sehr hohen Marktpreis nachbeschafft werden.

    Um die Belastungen dieser Nachbeschaffung für unsere Bestandskunden so gering wie möglich zu halten, haben wir eigene Neukundentarife für Gas und Strom in der Grund- und Ersatzversorgung eingeführt, mit höheren Arbeitspreisen, die sich an der Differenz der Beschaffungskosten orientieren.

    Auf den Punkt gebracht: Als Grundversorger übernehmen wir einerseits Verantwortung für unsere Bestandskunden und garantieren andererseits auch die unkomplizierte und unterbrechungsfreie Belie-ferung neuer Kunden. Damit unterscheiden wir uns deutlich von so manchen Energieversorgern (so auch Discount-Anbietern), die in Niedrigpreiszeiten auf die eigene Gewinnmaximierung setzen und sich bei steigenden Preisen dann nicht mehr um ihre Kunden kümmern - und so das wirtschaftliche Risiko auf Grundversorger wie uns abwälzen.
     

  • Was ist bei einem Umzug innerhalb von Görlitz? Werde ich automatisch Neukunde?

    Nein. Wenn Sie vor Ihrem Umzug bereits stromseitig bereits von der SWG (gasseitig von der GVG) beliefert wurden, dann gelten Sie als Bestandskunde. Bitte gehen Sie aktiv auf uns zu, damit wir Ihren bisherigen Tarif fortführen können. 

  • Warum gibt es derzeit nur die Grund- und Ersatzversorgung als Produktangebot? Keine Sondertarife?

    In der aktuellen Situation möchten wir Risiken vermeiden und nehmen deshalb aktuell keine Neukunden in Sondervertragsprodukte auf, da jede ungeplante Beschaffung an Energiemengen sehr teuer und unwirtschaftlich ist. Wir hoffen aber bald wieder mehr Produkte auch für Neukunden anbieten zu können. 

    Als Grundversorger sind wir aber verpflichtet, die Kunden in unserem Netzgebiet in der Grund- und Ersatzversorgung anzunehmen und zu beliefern, die zum Beispiel durch Vertragskündigungen oder Insolvenzen von Discountanbietern nicht mehr beliefert werden. 
     

  • Ich kann meine Rechnungen nicht bezahlen? Was tun?

    Bitte kommen Sie proaktiv auf uns zu! Wenn Kunden, aus welchen Gründen auch immer, in Zahlungsverzug geraten, wird von uns immer zuerst ein Kommunikationsangebot unterbreitet, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Wichtig ist dann, dieses Angebot auch tatsächlich anzunehmen und aktiv das Gespräch mit unseren Kundenberatern bei uns zu suchen. Gemeinsam lassen sich praktisch immer einvernehmliche Lösungskonzepte entwickeln, bevor sich die Situation verkompliziert und unnötige und teure Zusatzaufwände entstehen – oder eine Sperrung droht.

  • Gibt die SWG die Effekte einer möglichen Abschaffung der EEG Umlage an mich weiter?

    Wir begrüßen ausdrücklich das Vorhaben der Bundesregierung, die Endverbraucher und damit unsere Kunden mit diesem Schritt zu entlasten und würden selbstverständlich den Wegfall der EEG-Umlage an unsere Kunden weitergeben.  

  • Vorwurf: Grundversorger sind jetzt Profiteure! Wird die Marktentwicklung als Vorwand dafür genutzt, den Gewinnanteil der SWG und GVG zu steigern?

    Nein, das ist sicher nicht der Fall. Im Gegenteil ist eine transparente und nachhaltige Preispolitik für uns ein zentraler Leitsatz. Wir verfolgen eine Beschaffungsstrategie, die einerseits Marktchancen erschließt und zugleich Risiken begrenzt. Um das Risiko stark schwankender Börsenstrompreise zu minimieren, beschaffen wir die benötigte Energie für unsere Kunden in Teilmengen zu verschiedenen Zeitpunkten. Starke Preissprünge an den Börsen wirken sich daher nicht unmittelbar und nicht 1:1 auf die Preise unserer Kunden aus. Unsere vorausschauende Beschaffungsstrategie glättet also die Entwicklungen an den Energiebörsen. Das ist auch der Grund dafür, weshalb der Preisbestandteil 'Beschaffung' nicht im gleichen Umfang sinkt, wenn die Börsenpreise fallen. Umgekehrt steigt dieser Preisbestandteil jetzt nicht in gleichem Umfang, wenn die Preise an der Börse deutlich steigen. Unterm Strich profitieren Sie als Kunde auch in turbulenten Zeiten durch eine sichere und bezahlbare Versorgung. 

    Wir haben in Deutschland einen funktionierenden Wettbewerb auf den Energiemärkten. In jedem Netz-gebiet konkurrieren laut Bundesnetzagentur im Durchschnitt fast 140 Stromanbieter um die Gunst der Kunden. Verbraucher können in der Regel zwischen weit über 400 verschiedenen Tarifen wählen. Die Preise für Strom und Gas bilden sich also auf einem funktionierenden Markt und im Wettbewerb.

Ich bin Neukunde | Mein Energieversorger hat die Versorgung eingestellt

  • Mein Energieanbieter hat mir gekündigt oder ist insolvent. Was muss ich machen?

    Wird Ihr bisheriger Energielieferant insolvent und kann seine vertraglichen Lieferpflichten nicht mehr erfüllen oder im Falle einer Vertragskündigung durch Ihren bisherigen Energielieferanten, müssen Sie zunächst nichts tun. Sie werden ohne Unterbrechung und Einschränkung in der gesetzlichen Ersatzversorgung vom örtlichen Grundversorger – von Ihrer SWG bzw. GVG weiter beliefert. 

    Finden Sie keinen neuen Lieferanten, entnehmen aber weiter Energie aus dem örtlichen Niederspannungs- oder Niederdrucknetz kann mit dem örtlichen Grundversorger ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen – in Görlitz ist das die SWG bzw. GVG.
       

  • Falls ich von einer Kündigung oder der Insolvenz meines bisherigen Versorgers betroffen bin: Muss ich jetzt befürchten, dass ich in Kürze keinen Strom oder kein Erdgas mehr erhalte?

    Nein. Tatsächlich wird in Deutschland über die sogenannte „Ersatzversorgung“ sichergestellt, dass die Energieversorgung von Verbrauchern jederzeit gewährleistet ist. Auch dann, wenn der bisherige Ver-sorger in die Insolvenz geht und/oder unerwartet den bestehenden Versorgungsvertrag kündigt. Auch in solchen Fällen kommen weiterhin Strom und Erdgas aus den Leitungen zu Ihnen. Die zuverlässige Versorgung ist also stets garantiert – dafür sorgen hier vor Ort wir. Wir sind der sogenannte örtliche Grundversorger, der auch die sogenannte Ersatzversorgung übernimmt.

  • Was ist unter „Ersatzversorgung“ zu verstehen?

    Die sogenannte Ersatzversorgung stellt sicher, dass die Versorgung von Verbrauchern mit Energie unter allen Umständen gewährleistet wird. Die neutrale Schlichtungsstelle Energie e.V. schreibt über die Rahmenbedingungen dieser Ersatzversorgung: „Auch dann, wenn ein Liefervertrag mit einem Energie-versorger endet und ein neuer Energieversorger die Versorgung (noch) nicht aufnimmt, wird die Ener-gieversorgung zu keinem Zeitpunkt unterbrochen. Scheitert ein Lieferantenwechsel oder muss ein Ver-sorgungsunternehmen Insolvenz anmelden, springt kraft Gesetzes der örtliche Grundversorger für maximal drei Monate ein.“

  • Was sind Haushaltskunden?

    Haushaltskunden sind gemäß § 3 Nr. 22 EnWG alle Letztverbraucher, die Strom oder Gas überwiegend für den Eigenverbrauch im Haushalt oder für den, einen Jahresverbrauch von 10.000 kWh nicht übersteigenden Eigenverbrauch für berufliche, landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke kaufen.

  • Wie lange haben Haushaltskunden Anspruch auf eine Ersatzversorgung?

    Die Ersatzversorgung wird vom Grundversorger (SWG/GVG) für maximal drei Monate gewährleistet. Spätestens dann müssen sie einen neuen Liefervertrag geschlossen haben. Wenn Sie ohne ausdrücklichen Vertragsschluss weiter Energie entnehmen, kann dadurch mit dem örtlichen Grundversorger ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen, wenn die Belieferung dem Grundversorger wirtschaftlich zumutbar ist. 

  • Haben Nicht-Haushaltskunden Anspruch auf eine Ersatzversorgung?

    Nicht-Haushaltskunden, die aus dem örtlichen Niederspannungs- oder Niederdrucknetz versorgt wer-den, haben ebenfalls einen gesetzlichen Ersatzversorgungsanspruch für längstens drei Monate. Spätestens dann müssen sie einen neuen Liefervertrag geschlossen haben. Wenn sie nicht mehr als 10.000 kWh Strom oder Gas im Jahr verbrauchen, kann durch Entnahme mit dem örtlichen Grundversorger ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen, wenn die Belieferung dem Grundversorger wirtschaftlich zumutbar ist. 

    Gewerbekunden oberhalb der Niederspannungsebene bzw. Niederdruckstufe haben keinen gesetzlichen Ersatzversorgungsanspruch. Sie müssen sich bei einer Insolvenz ihres Lieferanten selbst unverzüglich einen neuen Lieferanten suchen und z.B. bei der SWG/GVG und einen Sondervertrag abschließen. 

  • Muss ich als Kunde der SWG und/oder GVG Angst haben, dass mein Versorgungsvertrag ebenfalls gekündigt wird?

    Nein. Wir als SWG und GVG sind solide aufgestellt und können unseren Lieferverpflichtungen den Kunden gegenüber jetzt und in Zukunft sicher nachkommen. Wir sind Ihr zuverlässiger Versorgungspartner. Bei uns profitieren Sie von fairen und marktgerechten Konditionen, umfassendem Service und persönli-cher Präsenz hier in der Region. Wir beschaffen und wirtschaften solide und vorausschauend – damit das auch künftig so bleibt.

  • Inwieweit wirken sich die Anbieterinsolvenzen auch auf die SWG/GVG aus?

    Bestandskunden profitieren bei der SWG und der GVG von einer langfristigen Beschaffungsstrategie, bei der Marktchancen und -risiken sorgfältig abgewogen werden. Daher können wir die Auswirkungen der aktuell hohen Großhandelspreise für die Mehrzahl unserer Kunden zumindest etwas abmildern. Allerdings mussten wir als Grundversorger zuletzt eine hohe Anzahl Kunden von in Not geratenen Dis-countanbietern im Rahmen der sogenannten „Ersatzversorgung“ aufnehmen. Diese ungeplanten, zusätzlichen Energiemengen konnten so kurzfristig nur zu einem aktuell sehr hohen Marktpreis nachbeschafft werden.

    Um die Belastungen dieser Nachbeschaffung für unsere Bestandskunden so gering wie möglich zu halten, haben wir eigene Neukundentarife für Gas und Strom in der Grund- und Ersatzversorgung eingeführt, mit höheren Arbeitspreisen, die sich an der Differenz der Beschaffungskosten orientieren.

    Auf den Punkt gebracht: Als Grundversorger übernehmen wir einerseits Verantwortung für unsere Bestandskunden und garantieren andererseits auch die unkomplizierte und unterbrechungsfreie Belie-ferung neuer Kunden. Damit unterscheiden wir uns deutlich von so manchen Energieversorgern (so auch Discount-Anbietern), die in Niedrigpreiszeiten auf die eigene Gewinnmaximierung setzen und sich bei steigenden Preisen dann nicht mehr um ihre Kunden kümmern - und so das wirtschaftliche Risiko auf Grundversorger wie uns abwälzen.
     

  • Warum haben wir einen speziellen Tarif der „Grund- und Ersatzversorgung für Neukunden“ eingeführt?

    Die Kalkulation unserer Grund- und Ersatzversorgung geriet in den letzten Monaten und Wochen durch die von den in Not geratenen Energieversorgern ausgelöste Kündigungswelle massiv unter Druck. Als Grundversorger sind wir gesetzlich verpflichtet, die gekündigten Kunden aufzunehmen und im Zuge der Ersatzversorgung zuverlässig weiter mit Energie zu beliefern.

    Weil nun plötzlich und unerwartet zusätzliche Mengen Energie für die von Discountanbietern gekündigten Kunden von der SWG sowie der GVG beschafft werden müssen, kann dieser Bedarf nicht über langfristige Lieferkontingente zu vernünftigen Konditionen gedeckt werden. Tatsächlich müssen diese un-vorhergesehenen Mengen kurzfristig an den Beschaffungsmärkten eingekauft werden – und genau dort sind die Großhandelspreise in den letzten 12 Monaten explodiert: So haben sich die Beschaffungs-preise für das aktuelle Lieferjahr zeitweilig um mehr als das 8-fache im Gas und um mehr als das 6-fache im Strom erhöht (Anstieg seit Anfang 2021) und auch zu Beginn des Jahres 2022 hat sich diese Entwicklung leider fortgesetzt.  
    Wir mussten deshalb für Neukunden in der Grund- und Ersatzversorgung einen zusätzlichen Tarif kalkulieren und einführen, um langjährige Bestandskunden in der Grundversorgung nicht unverhältnismäßig belasten zu müssen und die Kosten verursachergerecht weiterzugeben.
     

  • Für wen gilt der Neukundentarif in der Grund- und Ersatzversorgung?

    Der Neukundentarif in der Grund- und Ersatzversorgung gilt für alle Haushaltskunden, die sich seit dem 01.11.2021 in der Ersatzversorgung für Haushaltskunden befinden bzw. für alle Neukunden, die seit dem 15.01.2022 zur SWG bzw. GVG wechseln und unmittelbar vorher kein Kunde bei der SWG bzw. GVG waren. 

  • Ich kann mir die Preise in der Grund- und Ersatzversorgung für Neukunden nicht leisten. Was kann ich tun?

    Sie sind nicht verpflichtet Energie vom zuständigen Grundversorger zu beziehen. In der Grund- und Ersatzversorgung können Sie ohne Einhaltung jeglicher Kündigungsfristen Ihren Energieanbieter wechseln. Auf Vergleichsportalen können Sie Preisvergleiche durchführen und Ihren Anbieter wechseln. Wir empfehlen Ihnen jedoch die Angebote genau zu überprüfen. Schließlich sind viele sogenannte „Discounter-Anbieter“ im Zuge der Energiekrise insolvent gegangen, was viele Kunden in eine unangenehme Situation geführt hat. In dieser Krise befinden wir uns nach wie vor.

  • Ist das Vorgehen – Differenzierung Bestands- und Neukunde in der Grund- und Ersatzversorgung – überhaupt rechtlich korrekt?

    Seit Bestehen der Energiemarktpreiskrise ist es im Energiemarkt von vielen Versorgern eine bereits umgesetzte Praxis, verursachergerecht die Kosten weiterzugeben, und die Kosten nicht auf die Bestandskunden zu solidarisieren. Auch wir, SWG und GVG, möchten unsere Bestandskunden nicht mit zusätzlichen Kosten belasten und haben uns für die verursachergerechte Kostenumlage entschieden – denn als Marktführer in Görlitz wäre die Belastung für den Großteil der Görlitzer entstanden.  

    Branchenbekannte Verbände wie der VKU (Verband kommunaler Unternehmen e.V.) oder Behörden wie bspw. die Kartellbehörde NRW oder die Niedersächsische Landeskartellbehörde haben dieses Vorgehen für zulässig erachtet3. Eine  abschließende Rechtsprechung liegt dazu aktuell nicht vor, jedoch haben das Landgericht Berlin am 25.01.2022, Az. 92 O 1/22, als auch das Landgericht Leipzig am 02.02.2022, Az. 01 HK O 167/22, gespaltene Grund- und Ersatzversorgungspreise für Bestands- und Neu-kunden in ihren Entscheidungen für wettbewerbs- und kartellrechtlich zulässig erachtet.
     

    3 Quelle: BS|Energy

  • Verändern sich meine Kündigungsfristen bei einer Preisanpassung?

    Ja. Sie haben dann das Recht, ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist außerordentlich zum Datum des Wirksamwerdens der Preisänderung in Textform zu kündigen.

  • Wird mein Abschlag automatisch angepasst?

    Nein, es erfolgt keine automatische Abschlagsanpassung. Um hohe Nachzahlungen auf der Jahresrechnungen zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen jedoch selbst Ihre Abschläge anzupassen. Kommen Sie gern auf uns zu, unsere Kundenberater beraten Sie gern. Oder Sie nehmen Abschlagsanpassungen im Kundenportal selbstständig vor. 

  • Kann ich meinen bisherigen Abschlag behalten? Ich kann keine Erhöhung bezahlen.

    Sie können den alten Abschlag behalten, müssen dann jedoch mit hohen Nachzahlungen auf Ihrer Jahresrechnung rechnen. Wir empfehlen daher, die Mehrerhöhung monatlich aufzusplitten!   

  • Ich kann meine Rechnungen nicht bezahlen? Was tun?

    Bitte kommen Sie proaktiv auf uns zu! Wenn Kunden, aus welchen Gründen auch immer, in Zahlungsverzug geraten, wird von uns immer zuerst ein Kommunikationsangebot unterbreitet, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Wichtig ist dann, dieses Angebot auch tatsächlich anzunehmen und aktiv das Gespräch mit unseren Kundenberatern bei uns zu suchen. Gemeinsam lassen sich praktisch immer einvernehmliche Lösungskonzepte entwickeln, bevor sich die Situation verkompliziert und unnötige und teure Zusatzaufwände entstehen – oder eine Sperrung droht.