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Inbetriebnahme des Horizontalfilterbrunnens

Nach drei Jahren Bauzeit ist es nun soweit: Die SWG AG weiht ihre hochmoderne 2,5 Millionen Euro teure Brunnenanlage ein und investiert damit in eine zukunftsfähige Trinkwassergewinnung. Am 14. September 2018 fand die feierliche Inbetriebnahme des Horizontalfilterbrunnens statt.

  • Blick in den Horizontalfilterbrunnen

Die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Görlitz und des Umlandes mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser ist eine der wichtigsten Aufgaben der SWG AG. Um diese verantwortungsvolle Aufgabe der Daseinsvorsorge auch weiterhin ausführen zu können, ist die Gewährleistung der Trinkwassergewinnung ein wichtiger Bestandteil der Versorgungssicherheit. Aus diesem Grund beschäftigte sich die SWG AG mit einer Alternative zur bisherigen Wasserfassung von 1878 an den Neißewiesen. Und begann damit, einen so genannten Horizontalfilterbrunnen zu planen und zu bauen.

Einmalige Trinkwassergewinnung in Ostsachsen

12 Meter tief und mit vier 60 Meter langen horizontalen Filtersträngen ausgestattet, fördert der Horizontalbrunnen zukünftig nachhaltig Grundwasser im Neißevorland. 550 m3 Wasser werden so pro Stunde gewonnen, was mit mehr als einer halben Million Liter Wasser gleichzusetzen ist. Dieses Grundwasser wird im Wasserwerk Görlitz Weinhübel in einem mehrstufigen Verfahren zu Trinkwasser aufbereitet und steht danach in gewohnter Qualität der Stadt Görlitz sowie umliegenden Gemeinden zur Verfügung. "Mit dem Neubau werden 30 Alt-Brunnen ersetzt, die jeweils nur 10 bis 15 m3 Wasser fördern konnten. Gleichzeitig reduzieren wir damit die Wartungs- und Instandhaltungskosten", berichtet Bernd Bauer, Abteilungsleiter Wasserwerke bei der Stadtwerke Görlitz AG.

Wasserfassung an den Neißewiesen wird abgelöst

Das Trinkwasser für die Einwohner aus Görlitz kam bisher aus zwei Wasserfassungen. Zum einen wird Rohwasser in einer Fassungszone, die bereits seit 1878 in Betrieb ist, hinter dem Wasserwerksgelände gewonnen. Zum anderen erhält man es aus der, in den 60er-Jahren erschlossenen, Fassung auf den Neißewiesen. "Bei Hochwasser", erläutert Bernd Bauer, "schalten wir diese Fassung immer aus." Zwei weitere Gründe bestärkten die SWG AG in ihrem Vorhaben, diese mit dem neuen Horizontalbrunnen zu ersetzen: "Die dort gewonnenen Wassermengen aus den einzelnen Brunnen reichen nicht mehr aus, außerdem haben die Brunnen zum Teil ihre Lebensdauer erreicht." Die alten Brunnen werden später noch zurückgebaut und die Bohrlöcher verschlossen, sodass eventuelle Verunreinigungen des Grundwasserleiters ausgeschlossen werden.

Die Natur kehrt zurück

Der Bereich, in dem sich die neue Wassergewinnungsanlage befindet, steht als Flora-Fauna-Habitat unter besonderem Schutz. Die SWG AG musste deshalb verschiedene Naturschutzauflagen umsetzen. "Der Wachtelkönig ist auf den Neißewiesen zu Hause und sein Brutrevier mussten wir für die Zeit des Baus umsiedeln. Nun ist er wieder wohlauf zurück in seiner alten Umgebung" erklärt Bauer zufrieden. Dass die Baumaßnahme mit so geringer Lärmbelästigung wie möglich vonstattenging, bestätigten Rehe und Wildschweine, die sich auch mal aus ihrer Deckung trauten und aus sicherer Entfernung den Arbeitern auf die Hände schauten. 
Für den Hochwasserschutz errichtete die SWG AG zudem einen bepflanzten Damm, wofür 7000 m3 Erdreich umgeschlagen wurden. Die darauf befindliche Fahrstraße wurde mit einem Schotter-Mutterboden-Gemisch sowie Rasensamen durchsetzt und ergibt somit eine grüne Fahrstraße ohne Asphalt oder sonstige künstliche Befestigungen. "Durch derartige Maßnahmen passt sich der Horizontalbrunnen perfekt seiner grünen Umwelt an" beschreibt Bauer die Symphonie zwischen Natur und Technik.

Mit der heutigen Inbetriebnahme endet das wichtige Bauprojekt erfolgreich und die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in Görlitz und Umgebung, die bereits seit 140 Jahren existiert, ist mit dieser zukunftsfähigen Wassergewinnung auf lange Zeit gesichert.