Legionellen – Eine unterschätzte Gefahr in Hausinstallationen
Die Legionärskrankheit und das Pontiac-Fieber sind Infektionskrankheiten, die durch Legionellen-Bakterien im Warmwasser ausgelöst werden und teilweise lebensbedrohliche Verläufe nehmen können. Die Übertragung erfolgt über Aerosole – winzige Wassertröpfchen, die beim Duschen, an Springbrunnen oder in Klimaanlagen entstehen. Tückisch ist, dass Symptome oft erst Tage später auftreten, wodurch die Infektionsquelle schwer zurückzuverfolgen ist. Vermieter, Hausverwalter und Betreiber öffentlicher Einrichtungen tragen hier eine besondere Verantwortung – nicht nur aus ethischen Gründen, sondern auch aus rechtlicher Perspektive.
Seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sind regelmäßige Legionellen-Untersuchungen nicht nur empfohlen, sondern in definierten Fällen gesetzlich verpflichtend. Besonders bei Großanlagen zur Trinkwassererwärmung und -verteilung mit mehr als 400 Litern im Warmwasserspeicher und/oder einem Rohrleitungsvolumen von mehr als 3 Litern zwischen Warmwassererzeuger und weitester Entnahmestelle müssen Betreiber nachweisen, dass ihre Systeme keine Auffälligkeit hinsichtlich der Legionellenkonzentration aufzeigen. Dabei gelten unterschiedliche Prüfintervalle je nach Art der Einrichtung: Bei Wohngebäuden ist eine Untersuchung mindestens alle drei Jahre erforderlich, während öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Sporthallen, Hotels, Kindergärten, Pflegeheime, Krankenhäuser und andere Gemeinschaftseinrichtungen jährliche Kontrollen durchführen müssen. Diese unterschiedlichen Anforderungen berücksichtigen das erhöhte Infektionsrisiko in Einrichtungen mit intensiverer Nutzung und größerer Personenfrequenz.
Ein wichtiger Punkt, der vielen Eigentümern, Vermietern oder Verwaltern noch nicht bewusst ist: Das Gesundheitsamt ist nicht mehr die erste Anlaufstelle für routinemäßige Legionellenprüfungen. Diese Aufgabe liegt vollständig in der Verantwortung der Eigentümer und Vermieter, die sich an akkreditierte Labore wenden müssen. Das Gesundheitsamt wird nur kontaktiert, wenn der technische Maßnahmenwert von 100 KBE pro 100 ml erreicht oder überschritten wird. Das akkreditierte Labor führt diese Meldung an das Gesundheitsamt automatisch aus. Dies entlastet die Gesundheitsämter und stellt gleichzeitig sicher, dass die Prüfungen von Fachleuten durchgeführt werden, die über die erforderliche Expertise verfügen.
Steffen Malt, Laborleiter unseres Wasser– und Umweltlabors, betont die Bedeutung dieser Regelung: „Viele Eigentümer sind verunsichert, weil sie nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Die gute Nachricht ist: Mit einem akkreditierten Labor haben sie einen kompetenten Partner an ihrer Seite, der nicht nur die Terminplanung, Probenahme und Analytik durchführt, sondern auch alle behördlichen Anforderungen erfüllt."
Unser akkreditiertes Wasser – und Umweltlabor hat sich in der Region einen guten Ruf erarbeitet. Immer mehr Eigentümer und Unternehmen setzen auf unsere langjährige Erfahrung in der Untersuchung von Trinkwassersystemen und unsere umfassenden Dienstleistungen: Von der Probenahme über die Laboranalytik bis hin zu den fertigen Prüfberichten, die für die anlagenspezifische und behördliche Dokumentation erforderlich sind. Darüber hinaus werden unsere Kunden bei der Interpretation der Ergebnisse beraten und bei der Planung von eventuellen Gegenmaßnahmen, sollten erhöhte Legionellenzahlen festgestellt werden, unterstützt.
Wer diese Verpflichtung vernachlässigt, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch erhebliche Haftungsansprüche bei Infektionsfällen.
Die Praxis zeigt: Viele Gebäude werden erst dann überprüft, wenn das Gesundheitsamt einen aktuellen Prüfbericht in Bezug auf Legionellen verlangt oder ein Infektionsfall auftritt. Dies ist nicht nur aus Gründen der Prävention fahrlässig, sondern auch wirtschaftlich unrentabel. Regelmäßige Kontrollen sind die beste und kostengünstigste Prävention. Sie geben Vermietern und Verwaltern Sicherheit, schützen die Bewohner und Nutzer vor Infektionen und dokumentieren die erforderliche Sorgfalt gegenüber Behörden. Steffen Malt unterstreicht diese Notwendigkeit eindringlich: „Wir sehen immer wieder Fälle, in denen Legionellen erst nach einem Infektionsfall entdeckt werden – das ist tragisch und hätte verhindert werden können. Eine regelmäßige Prüfung kostet deutlich weniger als die Konsequenzen einer Kontamination. Prävention ist nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern auch eine Frage der Verantwortung gegenüber den Menschen, die in diesen Gebäuden leben und arbeiten." Wir empfehlen daher dringend: Nicht warten, bis ein Problem auftritt, sondern frühzeitig handeln – zum Schutz aller Bewohner und Nutzer.

