Fragen und Antworten zur aktuellen Energiemarkt-Krise

Der Krieg in der Ukraine und damit verbunden die Lage am Energiemarkt verunsichert derzeit viele Gaskunden: Ist die Versorgung mit Erdgas sicher? Welche Auswirkungen haben die geopolitischen Spannungen für die Preisentwicklung? Was bedeuten die neuen Umlagen, die von der Bundesregierung eingeführt wurden?
Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über aktuelle Themen der Energiemarktkrise.  

Versorgungssicherheit

  • Die Alarmstufe aus dem Notfallplan Gas wurde ausgerufen – was bedeutet das für mich als Verbraucher?

    Aktuell ist die Gasversorgung in Görlitz gesichert. Der Notfallplan Gas hat insgesamt drei Stufen und soll die sichere Versorgung der Verbraucherinnen und Verbraucher mit Gas gewährleisten. Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg wurde bereits Ende März die erste Stufe („Frühwarnstufe“) ausgerufen. Wegen der Drosselung der russischen Gas-Lieferungen hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz am 23. Juni 2022 die zweite Stufe („Alarmstufe“) ausgerufen. Wichtig: Aktuell besteht keine Gasmangellage, angeordnete Abschaltungen von Industriekunden oder vergleichbare staatliche Markteingriffe sind derzeit nicht erforderlich. Privatkunden und soziale Einrichtungen stehen unter einem besonderen Schutz und werden laut Notfallplan Gas auch im Krisenfall weiter mit Gas beliefert. Trotz angespannter Lage müssen sich Privatkunden zum jetzigen Zeitpunkt keine Sorgen um ihre Gasversorgung machen. Jedoch ist die Lage sehr dynamisch und kann sich schnell ändern. Wir raten deshalb jeden Kunde dazu Energie zu sparen. Jede eingesparte Kilowattstunde hilft uns sicher durch den Winter 2022/2023 zu kommen.

  • Wer hat die Alarmstufe ausgerufen und aus welchen Gründen?

    Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat am 23. Juni 2022 die zweite Stufe des Notfallplan Gas ausgerufen, die sogenannte Alarmstufe. Grund hierfür ist, dass Russland die Gas-flüsse durch die Pipeline Nord Stream 1 deutlich reduziert hat. Dies hat zu einer Verschlechte-rung der Gasversorgungslage geführt und das Ausrufen der Alarmstufe erforderlich gemacht. In der Alarmstufe sichern marktbasierte Maßnahmen die Versorgung, z.B. die Umschaltung auf alternative Energieträger oder die Einsparung von Energie.

  • Wie ist die Versorgungslage aktuell in Deutschland?

    Die Versorgung der privaten Haushalte ist gesichert. Die Lage ist aber ernst. Durch das Ausrufen der Alarmstufe sendet die Bundesregierung ein klares Signal an alle Verbraucherinnen und Verbraucher, wo es möglich ist Energie einzusparen. Wir alle – Privathaushalte, Betriebe und Kom-munen – können einen Beitrag leisten, die Versorgung im kommenden Winter zu sichern.  Wir unterstützen die von der Bundesregierung angestoßenen Initiativen zum Energiesparen und stel-len Informationen zur Energieeinsparung bereit: www.stadtwerke-goerlitz.de/energiekrise 
    Gleichzeitig treffen wir Vorsorgemaßnahmen und bereiten uns auf eine mögliche Gasmangellage im kommenden Winter vor. 
     

  • Ist die Versorgung mit Strom und Gas der Görlitzer gewährleistet?

    Ja. Die Versorgungssicherheit hat für die SWG und die GVG oberste Priorität. Die Versorgung mit Strom und Gas ist zum aktuellen Zeitpunkt uneingeschränkt gewährleistet.

  • Was ist der Notfallplan Gas und welche Krisenstufen gibt es?

    Der Notfallplan Gas unterscheidet drei Krisenstufen: Frühwarnstufe, Alarmstufe und Notfallstufe. 

    Frühwarn- und Alarmstufe – Markt kann Störung noch allein bewältigen
    In den ersten beiden Krisenstufen sichern marktbasierte Maßnahmen die Versorgung, z.B. die Umschaltung auf alternative Energieträger, die Ausübung von Unterbrechungsoptionen oder Schalthandlungen im Versorgungsnetz, die in Betracht kommen, wenn zwar genügend Gasmengen zur Verfügung stehen, sich aber durch eine Einschränkung russischer Gasmengen die Lastflüsse ändern. In diesen ersten beiden Krisenstufen erfolgt stets eine enge Abstimmung der Netzbetreiber mit Bundesbehörden und Bundeswirtschaftsministerium. 


    Notfallstufe – Staat greift ein, Bundesnetzagentur verteilt
    Sollten die marktbasierten Maßnahmen nicht ausreichen, kann die Bundesregierung die Notfallstufe ausrufen. Das passiert, wenn die Energieversorgung unmittelbar gefährdet oder gestört ist. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) kann dann hoheitliche Maßnahmen durchführen, die durch die Netzbetreiber, so auch die GVG ausgeführt werden müssen. Zwangsmaßnahmen sind zum Beispiel die Leistungsreduzierung bzw. Abschaltung von nicht-systemrelevanten Gaskraftwerken oder Industriekunden, um sicherzustellen, dass auch im Notfall Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und alle Privatkunden weiter mit Gas beliefert werden.

  • Wer zählt zu den geschützten Kunden?

    Durch den Notfallplan Gas soll auch im Krisenfall die Versorgung gesichert werden. Dabei steht die Versorgung besonders geschützter Kunden im Vordergrund. Zu den gesetzlich geschützten Kunden gehören alle Haushaltskunden, kleine und mittlere Unternehmen, deren Verbrauch über sogenannte standardisierte Lastprofile gemessen wird, grundlegende soziale Dienste und unter bestimmten Voraussetzungen auch Fernwärmeanlagen, soweit sie Wärme an Haushaltskunden liefern. 

  • Haben mögliche Versorgungsengpässe beim Erdgas Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit der Strom- und Fernwärmeversorgung?

    Im Fall einer Gasmangellage könnte von der Bundesnetzagentur angeordnet werden, dass Gaskraftwerke heruntergefahren werden. Dann springen aber Reservekraftwerke ein, die kurzfristig die benötigte Stromleistung bereitstellen und mit anderen Energieträgern wie z.B. Kohle betrieben werden können. Zum jetzigen Zeitpunkt hat eine Reduktion der Gaslieferungen also keine Auswirkungen auf die Stromversorgung in Görlitz. 
    Für die Sicherstellung der Fernwärme-Versorgung stehen uns neben Erdgas auch andere Energie-trägern zur Verfügung, so dass wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht von einer Einschränkung bei der Wärmeversorgung ausgehen.


Preisentwicklung

  • Wie entwickeln sich aktuell die Gaspreise und welche Auswirkungen hat dies auf die Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Görlitz?

    Die Preise für Erdgas auf den europäischen Energiemärkten sind in den letzten Monaten stark gestiegen. Seit Anfang 2021 sind die Preise für die Erdgasbeschaffung um bis auf das 20-fache gestiegen – das gab es bisher noch nie. Grund dafür sind reduzierte Gaslieferungen aus Russland.
    Expert*Innen aus Politik und Energieverbänden gehen beim Erdgas auch für die kom-menden Monate von einem höheren Preisniveau aus. In diesem herausfordernden Marktumfeld haben zahlreiche Discountanbieter die Belieferung ihrer Kunden bereits kurzfris-tig eingestellt bzw. sind in die Insolvenz gegangen. 

    Vor dem Hintergrund anhaltend hoher Beschaffungspreise und neuer gesetzlicher Umlagen auf den Gaspreis haben unsere Kunden zum 01.10.2022 entsprechende Preisanpassungen erhalten.
     

  • Welche neuen Umlagen wurden von der Bundesregierung eingeführt?

    Zum 1. Oktober 2022  wurden zwei neue Umlagen von der Bundesregierung eingeführt:

    1. Die Gasbeschaffungsumlage in Höhe von 2,419 ct/kWh (netto). Sie soll Gasimporteure vor der Zahlungsunfähigkeit schützen.
    2. Die Gasspeicherumlage in Höhe von 0,059 ct/kWh (netto). Sie wird ebenfalls erstmalig erhoben und soll sicherstellen, dass Deutschland alle Gasspeicher befüllen kann.

    Zusammen mit der zum 1.10.2022 von null Cent auf 0,57 ct/kWh (netto) erhöhten Bilanzierungsumlage führen die staatlichen Umlagen zu einer Mehrbelastung von 3,048 ct/kWh (netto). Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden macht das rund 600 Euro (netto) zusätzlich Kosten im Jahr aus.

     

  • Warum wurden von der Bundesregierung die neuen Umlagen eingeführt?

    Die Preise für Erdgas auf den europäischen Energiemärkten sind in den letzten Monaten explosionsartig angestiegen. Grund dafür sind insbesondere reduzierte Gaslieferungen aus Russland.
    Gleichzeitig ist die Versorgungslage in Deutschland weiterhin angespannt. Die Bundesregierung setzt alles daran, die Versorgung mit Erdgas im Winter zu sichern, die Speicher ausreichend zu füllen und die Stabilität des Versorgungssystems zu gewährleisten. Zur Finanzierung Maßnahmen wurden die neuen Umlagen eingeführt, die von allen Gaskunden getragen werden müssen.

    Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat das auch noch einmal ausführlich in einem Informationspapier dargestellt.
     

  • Was ist die Gasbeschaffungsumlage (nach §26 EnSiG)?

    Russland liefert kein Gas mehr nach Deutschland, deshalb müssen Gasimporteure kurzfristig teuren Ersatz beschaffen – was diese in finanzielle Schwierigkeiten bringt. Damit die Unternehmen nicht insolvent gehen und die Versorgung weiter gesichert ist, hat die Bundesregierung zum 1. Oktober 2022 die Gasbeschaffungsumlage in Höhe von derzeit 2,419 Cent/kWh (netto) eingeführt. Die Gasbeschaffungsumlage richtet sich nach der Höhe der Ersatzbeschaffungskosten der Importeure. Sie kann alle drei Monate angepasst werden und ist bis 1. April 2024 befristet.

  • Was ist die Gasspeicherumlage?

    Um für den Winter gewappnet zu sein, werden aktuell die deutschen Erdgasspeicher mit Hochdruck gefüllt. Das Energiespeichergesetz schreibt vor, dass bis Anfang November die Speicher nahezu voll sein müssen. Die dafür anfallenden Kosten werden auf alle Gaskunden umgelegt und dafür die neue Gasspeicherumlage zum 1. Oktober 2022 eingeführt, die von allen Gaskunden getragen wird. Die Gasspeicherumlage hat aktuell eine Höhe von 0,059 ct/kWh (netto).

  • Weshalb steigt die Bilanzierungsumlage?

    Die Bilanzierungsumlage ist keine neu eingeführte Umlage. Sie betrug bislang lediglich null Cent pro Kilowattstunde und war daher nicht von Bedeutung.

    Die deutliche Erhöhung der Bilanzierungsumlage ist erforderlich, um die gleichmäßige Auslastung des Gasnetzes zu garantieren. Wird mehr Gas verbraucht als geplant, muss der zusätzliche Bedarf kurzfristig am Markt als Regelenergie beschafft werden. Aufgrund der aktuellen Marktsituation sind diese Zusatzeinkäufe aktuell sehr teuer, daher der spürbare Anstieg der Umlage. Die Höhe der Bilanzierungsumlage wird alle 12 Monate neu ermittelt. 
     

  • Gibt die SWG die neuen Umlagen an mich als Kunde weiter?

    Ja. Unsere Gaskunden wurden bereits schriftlich per Anschreiben über die Weitergabe der Umlagen zum 01.10.2022 informiert. Lediglich unsere Kunden im Tarif GasConstant erhalten noch eine Information zur Weitergabe der Umlagen.

  • Wann und wie wirkt sich die Absenkung der Umsatzsteuer auf den Erdgaspreis aus?

    Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kostenbelastung der Gaskunden in Deutschland begrüßen wir die von der Bundesregierung beschlossene Umsatzsteuersenkung von 19% auf 7% zwischen dem 1.10.2022 und dem 31.03.2024. Wir werden die Umsatzsteuerreduzierung vollständig an unsere Kundeninnen und Kunden weitergeben. Diese Reduzierung finden Sie auf Ihrer Jahresschlussrechnung. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Abschläge unabhängig der Umsatzsteuerreduzierung in der aktuellen Höhe zu belassen. Sollten Sie Fragen dazu haben, so kommen Sie bitte mit dem expliziten Kundenwunsch auf uns zu. Unsere Kundenberater beraten Sie hierzu gern.

  • Bin ich als Fernwärme-Kunde auch von den Preiserhöhungen im Zusammenhang mit Gas betroffen?

    Die Preise für Fernwärme sind unter anderem abhängig von den Gaspreisen. Grund dafür ist die Preisgleitklausel, die den Fernwärmepreis ermittelt. Diese beinhaltet verschiedene Indices, wie auch den Gaspreisindex. Die Gasbeschaffungsumlage wird sich in dem Fernwärmepreis wiederfinden. Unsere Fernwärmekunden werden demnächst über eine entsprechende Preisanpassung informiert.   

  • Warum hat die Entwicklung der Gaspreise auch Auswirkungen auf die Strompreise?

    Neben der Einspeisung von erneuerbaren Energien wird Strom in Deutschland und Europa in Kern- und Kohlekraftwerken auch in Gaskraftwerken erzeugt. Der Brennstoffeinsatz von Erdgas in den Gaskraftwerken hat sich aufgrund der hohen Weltmarktpreise ebenfalls stark verteuert, weshalb die Kosten der Stromproduktion deutlich angestiegen sind. So ist der Einkauf von Strom an den Energiemärkten deutlich teurer geworden. Die Beschaffungspreise haben sich für das kommende Lieferjahr um mehr als das 9-fache im Strom erhöht (Anstieg seit Anfang 2021).  

  • Auf welche Preiserhöhungen müssen sich Verbraucher und Verbraucherinnen denn noch einstellen?

    Laut Klaus Müller, dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, müssen Gaskunden von 2023 an mit noch höheren Abschlägen rechnen. Demnach müssten Gaskunden, die jetzt 1.500 Euro jährlich für Gas zahlen, künftig mit 4.500 Euro rechnen. Die Großhandelspreise haben sich seit Anfang 2021 für das Lieferjahr 2023 schon verzwölffacht. Verzögert werden dies auch die Verbraucher zu spüren bekommen.

    Wenn die Lieferungen aus Russland dauerhaft ausbleiben sollten, wird das auf den Beschaffungsmärkten zu weiteren Preissteigerungen führen. Richtig ist aber auch, dass wir in Deutschland aktuell mehr als 65 Prozent der Gasmengen aus anderen Ländern, wie zum Beispiel Norwegen, importieren. Diese Mengen werden uns auch zukünftig stabil zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden vier neue Terminals für den Import von flüssigem Erdgas nach Deutschland uns unabhängiger von Russland machen.
     

  • Warum erhöht sich mein Abschlag so stark?

    Ihr Abschlag ist eine Teilzahlung bzw. Anzahlung auf die bereits geleisteten Energielieferungen. Die Höhe des Abschlages orientiert sich an Ihrem voraussichtlichen jährlichen Energieverbrauch und dem aktuellen Preis. In der Jahresverbrauchsabrechnung werden die geleisteten Abschlagszahlungen mit Ihrem tatsächlich ermittelten Verbrauch verrechnet. Weil die Preise für Erdgas so stark angestiegen sind und um Sie vor hohen Nachzahlungen zu schützen, haben wir Ihren Abschlag für Erdgas erhöht.
     

  • Kann ich meinen Abschlag individuell anpassen?

    Die Preise für Strom und Gas kennen aktuell leider nur eine Richtung: Steil nach oben. Daher empfehlen wir unbedingt, den Abschlag nicht zu senken, denn jeder Monat mit zu geringem Abschlag erhöht die Nachzahlung bei der Jahresrechnung.Gerne beraten wir Sie zu Ihrer optimalen Abschlagshöhe unter Tel. 03581 33535 oder persönlich in unserem Kundenbüro.

    Generell empfehlen wir Ihnen eine Abschlagserhöhung von 20 Prozent. Dies können Sie auch unkompliziert selbst im Kundenportal vornehmen: meinportal.stadtwerke-goerlitz.de/css/public/swg/;

  • Muss ich wegen der Umlagen oder der befristeten Mehrwertsteuerabsenkung selbst in irgendeiner Weise aktiv werden?

    Nein. Sie müssen nichts tun. Über Ihren neuen Arbeits- oder Grundpreis und Abschlag wurden alle Kunden bereits persönlich informiert. Und der verminderte Umsatzsteuersatz wird in den Jahresabschlussrechnungen unserer Kunden automatisch berücksichtigt. 

  • Was lässt sich tun, wenn das Geld in der Haushaltskasse knapp zu werden droht und die Energiekosten zum Problem werden?

    Wir empfehlen Ihnen, Ihre Kosten stets sorgfältig im Blick zu haben. Überprüfen Sie dafür regelmäßig Ihre Zählerstände, wieviel Energie Sie verbrauchen und ob Ihr Abschlag noch richtig kalkuliert ist. Meist fällt es leichter, die laufenden Kosten etwas nach oben zu korrigieren – statt plötzlich eine nicht eingeplante, hohe Nachzahlung schultern zu müssen.

    Um unerwartet hohen Nachzahlungen vorzubeugen, sollten Sie rechtzeitig Ihre Abschläge anpassen lassen. Wir beraten Sie gerne, ob und in welcher Höhe eine Abschlagsanpassung sinnvoll ist. Telefon: 03581 33535 oder persönlich in unserem Kundenbüro.

    Grundsätzlich gilt: Rechnungen und Abschläge müssen pünktlich bezahlt werden. Zahlungen für Strom, Heizung und Miete sollten immer Vorrang haben und vor allen anderen Rechnungen beglichen werden. Uns ist allerdings sehr wohl bewusst, dass manche Umstände dies erschweren können und gerade die aktuelle Situation eine besondere Herausforderung für viele Haushalte darstellt. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Zahlungsschwierigkeiten haben. Gemeinsam finden wir eine Lösung.

  • Wer kann mir bei Zahlungsschwierigkeiten helfen?

    Ganz wichtig zu wissen: Falls Sie, aus welchen Gründen auch immer, in Zahlungsverzug geraten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Bei Nichtbezahlung von Energierechnungen oder monatlichen Abschlägen drohen nämlich zusätzliche Kosten durch Beantragung von Mahnbescheiden, Gerichtskosten sowie Inkasso- und Sperrgebühren.

    Wichtig ist, dass Sie auf uns zukommen. Gemeinsam lassen sich einvernehmliche Lösungen entwickeln, bevor unnötige Kosten entstehen – oder eine Sperrung droht. Unsere Kundenberater/-innen stehen Ihnen Mo-Fr 08:00 -18:00 Uhr persönlich im Kundenbüro oder telefonisch unter 03581 33535 zur Verfügung. 

  • Was jetzt tun?

    Sie als Kunde können in der aktuellen Situation – das ist auch die dringende Empfehlung der Bundesregierung – vor allem eines tun: Ihren Energie- und Erdgasverbrauch reduzieren. Damit tragen Sie zur Sicherung der Versorgung bei und können Kosten sparen. 

    Wir helfen Ihnen dabei, Strom und Erdgas einzusparen und so Ihre Kosten im Griff zu behalten.

    Unter www.stadtwerke-goerlitz.de/spartipps haben wir für Sie zahlreiche praxisgerechte und wirksame Energiespartipps zusammengetragen. Weitere Energiespartipps finden Sie außerdem auf der Internetseite www.ganz-einfach-energiesparen.de.


Informationen zu den staatlichen Entlastungsmaßnahmen

  • Warum übernimmt der Staat die Abschlagszahlung im Dezember?

    Die aktuelle Gaspreiskrise führt zu teilweise enormen finanziellen Belastungen für Gas- und Wärmekunden. Um diese Belastungen etwas zu dämpfen, plant die Bundesregierung finanzielle Entlastungen.

    Um die Haushalte kurzfristig zu entlasten, hat sich die Bundesregierung für eine einfache und pragmatische Lösung entschieden: Gaskundinnen und -kunden sollen von ihren Abschlagszahlungen für den Monat Dezember freigestellt werden. Die Höhe der Soforthilfe berücksichtigt auch mögliche Gaspreissteigerungen zum Jahresende: Sie entspricht einem Zwölftel des individuellen Jahresverbrauchs, multipliziert mit dem am 1. Dezember gültigen Gaspreis. Die Soforthilfe schafft einen Ausgleich für die gestiegenen Energierechnungen im Jahr 2022 und überbrückt die Zeit bis zur geplanten Einführung der Gaspreisbremse im kommenden Frühjahr. Im kommenden Jahr soll diese Entlastung über eine sogenannte Gaspreisbremse erfolgen: Der Preis für Haushaltskunden soll auf 12ct/kWh für 80 Prozent des prognostizierten Jahres-verbrauchs gedeckelt werden. Im Bereich der Wärmeversorgung ist ein Deckel in Höhe von 9,5ct/kWh für 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs vorgesehen.

    Diese Maßnahme kann seitens der Energieversorger aufgrund der aufwendigen technischen Umstellungen nicht kurzfristig umgesetzt werden. Diese Umstellungen werden die Versorger vornehmen, benötigen für eine verlässliche Umsetzung allerdings Zeit bis März kommenden Jahres.

  • Wie funktioniert die Übernahme der Dezember-Abschlagszahlung durch den Staat?

    Um die Entlastung der Kundinnen und Kunden im Monat Dezember gegenzufinanzieren, haben die Erdgaslieferanten und Wärmeversorgungsunternehmen einen Erstattungs- oder einen Vorauszahlungsanspruch gegen die Bundesrepublik Deutschland. Mit Inkrafttreten des Erdgas-Wärme-Sofort-Hilfegesetzes wurden das Verfahren und Regelungen für die Bestimmung der zu erstattenden Abschlagshöhen festgelegt.

    Nach Festlegung der Regelungen Anfang November ermitteln die Energieversorgungsunternehmen die Höhe der zu erstattenden Abschlagszahlungen Ihrer Kundinnen und Kunden und bereiten die Entlastung im Dezember der Kunden IT-technisch vor.

    Mitte November beantragen die Unternehmen die Erstattung der Abschlagszahlungen nach einem Prüfverfahren durch einen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klima (BMWK) mandatierten Dienstleister über ihre Hausbank bei der KfW.

    Ab 21. November 2022 informieren die Gaslieferanten auf ihren Internetseiten über die Details der Soforthilfe. Am 1. Dezember 2022 erhalten sie die Erstattung der Abschlagszahlungen durch die KfW.

  • Wer hat einen Anspruch auf die Soforthilfe? Muss ich für die Übernahme des Abschlags bestimmte Voraussetzungen erfüllen oder diese beantragen?

    Die Soforthilfe erhalten alle Haushaltskunden, kleine und mittlere Unternehmen sowie soziale Ein-richtungen automatisch, die keine stündliche Leistungsmessung haben. Sie muss nicht beantragt werden. Unabhängig vom Verbrauch werden auch gezielt größere Verbraucher entlastet wie die Wohnungswirtschaft und beispielsweise Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sowie Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Diese Unternehmen bzw. Einrichtungen und alle Kunden mit einer stündlichen Leistungsmessung müssen dem Gaslieferanten bis zum 31.12.2022 in Textform darlegen, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf Soforthilfe gemäß § 2 Abs. 1 Satz 4 EWSG vorliegen.

  • Muss ich als Haushaltkunde auf meinen Energieversorger zugehen, um diese Hilfe zu erhalten?

    Nein, Sie müssen Ihren Energieversorger nicht kontaktieren. Wenn Sie einen Lastschrifteinzug vereinbart haben, wird der Dezemberabschlag nicht eingezogen. Sollten Sie die Zahlungen über einen Dauerauftrag oder Barzahlung monatlich selbst vornehmen, müssen Sie die Zahlungen für Dezember nicht leisten.

  • Was ist, wenn ich keine Abschläge zahle, sondern eine monatliche Rechnung erhalte?

    Wenn Sie eine monatliche Rechnung erhalten, wird Ihnen diese für den Monat Dezember in der Regel im Januar zugestellt. In der Rechnung wird dann ein Zwölftel Ihres Jahresverbrauchs als Entlastungsbetrag abgezogen.

  • Wie wird die Höhe der Soforthilfe berechnet?

    Die Soforthilfe wird vom Gasversorger individuell pro Haushalt berechnet. Grundlage ist der im September prognostizierte Jahresverbrauch des Kunden. Die Soforthilfe basiert auf einem Zwölftel dieses Verbrauchs. Ein Zwölftel Ihres im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs wird mit dem am 1. Dezember 2022 geltenden Brutto-Arbeitspreis multipliziert. Auch ein Zwölftel des Grund-preises wird vom Staat übernommen. Die Entlastung über die Soforthilfe entspricht also eigentlich nicht dem realen Dezemberabschlag oder der Rechnung für den Monat Dezember, sondern kann et-was darüber oder darunter liegen. Trotzdem müssen Sie im Dezember keinen Abschlag zahlen. Etwaige Abweichungen, werden in Ihrer Jahresrechnung berücksichtigt. Die Berücksichtigung des für Dezember 2022 vereinbarten Preises gewährleistet, dass die teils erheblichen Preisanstiege zum Ende des Jahres 2022 zugunsten der Kundinnen und Kunden berücksichtigt werden.

    Ein hundertprozentiger Ausgleich der Belastungen wird angesichts der historischen Dimensionen, in denen wir uns mit Blick auf die Energie-Kosten bewegen, leider nicht möglich sein. Wir werden uns also leider daran gewöhnen müssen, dass Strom und Wärme in den kommenden Jahren teuer bleiben wird. Umso wichtiger ist es, sparsam mit Energie umzugehen.

  • Zahlt der Staat meinen gesamten Gasverbrauch im Dezember? Kann ich also die Heizung hochdrehen?

    Nein. Die Soforthilfe umfasst ein Zwölftel der Jahresrechnung, basierend auf dem Verbrauch, der im September 2022 prognostiziert worden ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in der Jahresrechnung der Verbrauch des gesamten Jahres zusammengefasst wird, also die Sommermonate, in denen gar nicht geheizt wird ebenso wie die Wintermonate, in denen der Gasverbrauch deutlich steigt. Die Ab-schläge bleiben das ganze Jahr über gleich hoch, da die Jahresrechnung durch die zwölf Monate ge-teilt wird. Der Abschlag ist also keine Abrechnung, sondern legt die Jahresrechnung gleichmäßig auf alle Monate um. Das erleichtert die Zahlung für die Gaskundinnen und -Kunden. Die Soforthilfe entspricht einer im Voraus berechneten Abschlagszahlung. Wenn Sie im Dezember mehr Gas verbrauchen, wird dies in der Jahresabrechnung berücksichtigt und Sie müssen den Mehrverbrauch zahlen. Gleiches gilt aber auch für den Fall, dass Sie weniger Gas verbrauchen. Die Summe der Soforthilfe bleibt gleich und deckt dann einen größeren Anteil Ihrer Jahresrechnung ab.

  • Zahlt der Staat meinen Dezember-Abschlag für Gas?

    Der Staat übernimmt ungefähr ein Zwölftel Ihrer jährlichen Gaskosten und nicht den konkreten für Dezember zu zahlendem Abschlag. Grundlage für die Berechnung der Soforthilfe ist der im September prognostizierte Jahresverbrauch des Kunden. Ein Zwölftel Ihres Jahresverbrauchs wird mit dem am 1. Dezember 2022 geltenden Brutto-Arbeitspreis multipliziert. Auch ein Zwölftel des Grundpreises wird vom Staat übernommen. Die Entlastung über die Soforthilfe entspricht also eigentlich nicht dem realen Dezemberabschlag oder der Dezemberrechnung, sondern kann etwas darüber oder darunter liegen. Trotzdem müssen Sie im Dezember keinen Abschlag zahlen. Etwaige Abweichungen, werden in Ihrer Jahresrechnung berücksichtigt.

  • Was muss ich tun, wenn ich für die Überweisung meiner Abschläge das Lastschriftverfahren gewählt habe?

    Wenn Sie das Lastschriftverfahren gewählt haben, brauchen Sie nichts zu unternehmen. Wir verzichten auf den Einzug der Abschlagszahlung.

  • Was muss ich tun, wenn ich für die Überweisung meiner Abschläge einen Dauerauftrag bei meiner Bank eingerichtet habe?

    Wenn Sie einen Dauerauftrag bei Ihrer Bank zur Zahlung Ihrer Abschläge eingerichtet haben, müssen Sie selbst aktiv werden und den Zahlungstermin für den Dezemberabschlag bei Ihrer Bank anpassen. Dabei ist darauf zu achten, dass Sie den Dauerauftrag nicht vollständig löschen, sondern nur die Dezemberzahlung aussetzen.

    Wenn Sie Ihre Abschläge einzeln überweisen, müssen Sie dies im Dezember nicht tun.

  • Was passiert, wenn ich den Dauerauftrag nicht rechtzeitig ausgesetzt habe?

    Sollten Sie die Überweisung per Dauerauftrag nicht rechtzeitig gestoppt haben, wird der Betrag in der nächsten Jahresabrechnung verrechnet. Es geht Ihnen kein Geld verloren.

  • Was muss ich tun, wenn ich monatlich den Abschlag überweise/bar bezahle.

    Wenn sie monatlich eine Überweisung oder eine Barzahlung für die Gasabschläge vornehmen, können Sie für den Monat Dezember darauf verzichten.

  • Bei meinem Vertrag ist keine Abschlagszahlung für Dezember vorgesehen. Erhalte ich keine Soforthilfe?

    Je nach Vertragskonstellation kann es sein, dass eine Abschlagszahlung im Dezember nicht vorgesehen ist. Auch in diesen Fällen werden Sie aber in der Höhe der Soforthilfe entlastet. Für diese Fällen wird in der Regel eine Befreiung von der Abschlagszahlung im Januar gewährt.

  • Ist die Mehrwertsteuersenkung für Gas in der Soforthilfe berücksichtigt?

    Die Mehrwertsteuerreduzierung für Gas von 19% auf 7 % gilt seit dem 1.10.2022. Damit wird sie, in der Berechnung der Höhe des Dezember-Abschlags in der Regel berücksichtigt sein.

  • Wie funktioniert die Soforthilfe für Wärmekunden?

    Bei der Wärme ergibt sich die Höhe der staatlichen Entlastung durch den Betrag der Abschlagszahlung im September multipliziert mit dem gesetzlich festgelegten Anpassungsfaktor in Höhe von 120 Prozent, der die Entwicklung der Wärmepreisabschläge im Zeitraum September bis Dezember 2022 widerspiegelt.

  • Gilt die Übernahme der Abschlagszahlung nur für Fernwärme aus Erdgas?

    Nein, betroffen sind alle Wärmelieferungen, unabhängig davon, wie die Fernwärme produziert wurde.

  • Wie funktioniert die Gaspreisbremse?

    Die Entlastung bei den Gaspreisen erfolgt in zwei Stufen: In diesem Jahr wird mit der Soforthilfe etwa ein Zwölftel Ihrer Jahresrechnung durch den Staat übernommen. In der zweiten Stufe greift dann die Gaspreisbremse. Hier wird der von Ihnen zu zahlende Gaspreis für 80 Prozent Ihres Verbrauchs bei 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Das heißt, dass Sie für 80 Prozent Ihres Verbrauchs aus dem letzten Jahr höchstens 12 Cent/kWh bezahlen, die Differenz zahlt der Staat an ihren Energieversorger. Lediglich für die darüberhinausgehende Mengen müssen Sie den kompletten Gaspreis Ihres Tarifs zahlen. Damit möchte die Bundesregierung Anreize zum Gassparen setzen. Die Deckelung der Gaspreise soll bis 30. April 2024 gelten.

    Die konkrete Ausgestaltung der Gaspreisbremse für 2023 erfolgt noch in einem Gesetz, das Ende Dezember 2022 in Kraft treten wird.


Sonstiges

  • Mein Energieanbieter hat mir gekündigt oder ist insolvent. Was muss ich machen?

    Wird Ihr bisheriger Energielieferant insolvent und kann seine vertraglichen Lieferpflichten nicht mehr erfüllen oder im Falle einer Vertragskündigung durch Ihren bisherigen Energielieferanten, müssen Sie zunächst nichts tun. Sie werden ohne Unterbrechung und Einschränkung in der gesetzlichen Ersatzversorgung vom örtlichen Grundversorger – von Ihrer SWG bzw. GVG weiter beliefert. 

    Finden Sie keinen neuen Lieferanten, entnehmen aber weiter Energie aus dem örtlichen Niederspannungs- oder Niederdrucknetz kann mit dem örtlichen Grundversorger ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen – in Görlitz ist das die SWG bzw. GVG.
       

  • Falls ich von einer Kündigung oder der Insolvenz meines bisherigen Versorgers betroffen bin: Muss ich jetzt befürchten, dass ich in Kürze keinen Strom oder kein Erdgas mehr erhalte?

    Nein. Tatsächlich wird in Deutschland über die sogenannte „Ersatzversorgung“ sichergestellt, dass die Energieversorgung von Verbrauchern jederzeit gewährleistet ist. Auch dann, wenn der bisherige Versorger in die Insolvenz geht und/oder unerwartet den bestehenden Versorgungsvertrag kündigt. Auch in solchen Fällen kommen weiterhin Strom und Erdgas aus den Leitungen zu Ihnen. Die zuverlässige Versorgung ist also stets garantiert – dafür sorgen hier vor Ort wir. Wir sind der sogenannte örtliche Grundversorger, der auch die sogenannte Ersatzversorgung übernimmt.

  • Was ist unter „Ersatzversorgung“ zu verstehen?

    Die sogenannte Ersatzversorgung stellt sicher, dass die Versorgung von Verbrauchern mit Energie unter allen Umständen gewährleistet wird. Die neutrale Schlichtungsstelle Energie e.V. schreibt über die Rahmenbedingungen dieser Ersatzversorgung: „Auch dann, wenn ein Liefervertrag mit einem Energieversorger endet und ein neuer Energieversorger die Versorgung (noch) nicht aufnimmt, wird die Ener-gieversorgung zu keinem Zeitpunkt unterbrochen. Scheitert ein Lieferantenwechsel oder muss ein Versorgungsunternehmen Insolvenz anmelden, springt kraft Gesetzes der örtliche Grundversorger für maximal drei Monate ein.“

  • Was bedeutet der Begriff „Grundversorger“ – und welche Pflichten sind damit verbunden?

    „Grundversorger“ ist ein Versorgungsunternehmen dann für ein Netzgebiet der allgemeinen Versorgung, wenn es in diesem Netzgebiet die Mehrzahl der Haushaltskunden mit Energie versorgt. Tatsächlich gibt es in einem Netzgebiet einen Grundversorger für Strom und einen für Erdgas. Hier im Netzgebiet sind das wir – die Stadtwerke Görlitz AG (SWG) bzw. Gasversorgung Görlitz GmbH (GVG). Das Besondere am Status eines Grundversorgers ist die damit verbundene Verpflichtung, dass Haushaltskun-den auch ohne Abschluss eines schriftlichen Versorgungsvertrages zuverlässig mit Strom oder Erdgas versorgt werden – allein durch sogenanntes „konkludentes Verhalten“, also in aller Regel einfach durch die Entnahme von Strom oder Erdgas aus der vorhandenen Leitung. Wird von Seiten des Kunden nicht explizit der Abschluss eines sogenannten Sondervertrages gewünscht, werden Kunden also automatisch zu den Konditionen der Grundversorgung mit Strom und/oder Erdgas versorgt. 

  • Wie lange haben Haushaltskunden Anspruch auf eine Ersatzversorgung?

    Die Ersatzversorgung wird vom Grundversorger (SWG/GVG) für maximal drei Monate gewährleistet. Spätestens dann müssen sie einen neuen Liefervertrag geschlossen haben. Wenn Sie ohne ausdrücklichen Vertragsschluss weiter Energie entnehmen, kann dadurch mit dem örtlichen Grundversorger ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen, wenn die Belieferung dem Grundversorger wirtschaftlich zumutbar ist. 

  • Was sind Haushaltskunden?

    Haushaltskunden sind gemäß § 3 Nr. 22 EnWG alle Letztverbraucher, die Strom oder Gas überwiegend für den Eigenverbrauch im Haushalt oder für den, einen Jahresverbrauch von 10.000 kWh nicht übersteigenden Eigenverbrauch für berufliche, landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke kaufen.

  • Haben Nicht-Haushaltskunden Anspruch auf eine Ersatzversorgung?

    Nicht-Haushaltskunden, die aus dem örtlichen Niederspannungs- oder Niederdrucknetz versorgt wer-den, haben ebenfalls einen gesetzlichen Ersatzversorgungsanspruch für längstens drei Monate. Spätestens dann müssen sie einen neuen Liefervertrag geschlossen haben. Wenn sie nicht mehr als 10.000 kWh Strom oder Gas im Jahr verbrauchen, kann durch Entnahme mit dem örtlichen Grundversorger ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen, wenn die Belieferung dem Grundversorger wirtschaftlich zumutbar ist. 

    Gewerbekunden oberhalb der Niederspannungsebene bzw. Niederdruckstufe haben keinen gesetzlichen Ersatzversorgungsanspruch. Sie müssen sich bei einer Insolvenz ihres Lieferanten selbst unverzüglich einen neuen Lieferanten suchen und z.B. bei der SWG/GVG und einen Sondervertrag abschließen. 

  • Muss ich als Kunde der SWG und/oder GVG Angst haben, dass mein Versorgungsvertrag ebenfalls gekündigt wird?

    Nein. Wir als SWG und GVG sind solide aufgestellt und können unseren Lieferverpflichtungen den Kunden gegenüber jetzt und in Zukunft sicher nachkommen. Wir sind Ihr zuverlässiger Versorgungspartner. Bei uns profitieren Sie von fairen und marktgerechten Konditionen, umfassendem Service und persönli-cher Präsenz hier in der Region. Wir beschaffen und wirtschaften solide und vorausschauend – damit das auch künftig so bleibt.

  • Warum gibt es derzeit nur die Grund- und Ersatzversorgung als Produktangebot? Keine Sondertarife?

    In der aktuellen Situation möchten wir Risiken vermeiden und nehmen deshalb aktuell keine Neukunden in Sondervertragsprodukte auf, da jede ungeplante Beschaffung an Energiemengen sehr teuer und unwirtschaftlich ist. Wir hoffen aber bald wieder mehr Produkte auch für Neukunden anbieten zu können. 

    Als Grundversorger sind wir aber verpflichtet, die Kunden in unserem Netzgebiet in der Grund- und Ersatzversorgung anzunehmen und zu beliefern, die zum Beispiel durch Vertragskündigungen oder Insolvenzen von Discountanbietern nicht mehr beliefert werden. 
     

  • Verändern sich meine Kündigungsfristen bei einer Preisanpassung?

    Ja. Sie haben dann das Recht, ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist außerordentlich zum Datum des Wirksamwerdens der Preisänderung in Textform zu kündigen.